Wer als KI-Videoproduktion nicht nur Kund:innenprojekte umsetzen, sondern auch die eigene künstlerische Handschrift zeigen will, bekommt derzeit eine besonders passende Gelegenheit: Das We Are Human Festival in Paris ruft mit „Call for Films AI 2026“ zur Einreichung von Kurzfilmen auf, die Künstliche Intelligenz, Kreativität und Menschenrechte zusammendenken. Die Einreichfrist läuft bis zum 30. September 2026 – und die Teilnahme ist kostenlos.
Worum es geht
Veranstalter ist die gemeinnützige Organisation We Are Human, ein französischer Verein (Association loi 1901) mit Status der öffentlichen Gemeinnützigkeit. Thematischer Rahmen ist Artikel 1 der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte: „Alle Menschen sind frei und gleich an Würde und Rechten geboren.“ Gesucht werden Filme, die diesen Gedanken mit den Möglichkeiten – und Spannungen – von KI in Verbindung bringen.
Zugelassen sind alle Formate: Fiktion, Dokumentation, Experimentalfilm, Videoessay oder audiovisuelle Poesie. Die Länge muss zwischen einer und zehn Minuten liegen, das Mindestalter der Einreichenden beträgt 18 Jahre, und der Wettbewerb steht Filmschaffenden, Studios, Kollektiven und unabhängigen Kreativen weltweit offen. Eingereicht wird über die Plattform FilmFreeway.
Inhaltlich ist der Rahmen bewusst weit gefasst. Ob eine Geschichte über Überwachung und Privatsphäre, über Migration und Zugehörigkeit, über algorithmische Diskriminierung oder über die Frage, was Menschsein im Zeitalter der Maschinen bedeutet – solange der rote Faden zu Würde, Freiheit und Gleichheit führt, ist der Beitrag thematisch anschlussfähig. Genau diese Offenheit macht den Call auch für Produktionen interessant, die sonst eher werblich oder gebrauchsorientiert arbeiten und einmal einen freieren, autorenzentrierten Stoff ausprobieren möchten.

Preise, Termine und eine wichtige Bedingung
Ausgeschrieben sind drei dotierte Auszeichnungen: der Grand Prix mit 5.000 Euro, der Preis für das beste Drehbuch mit 3.000 Euro sowie ein Ethics Award mit 2.000 Euro. Die Preisverleihung findet am 24. November 2026 im Forum des Images in Paris statt. Anschließend geht das Programm auf internationale Tour: Zwischen Dezember 2026 und März 2027 sind Screenings unter anderem in New York, São Paulo, Nairobi, Johannesburg, Mumbai, Quito und Genf geplant.
Entscheidend ist eine Teilnahmebedingung, die gut zu einer professionellen Produktion passt: Reine KI-Erzeugnisse ohne menschliche kreative Leitung sind nicht zugelassen. Verlangt werden ausdrücklich hybride Arbeiten, in denen Mensch und KI zusammenwirken. Wer also KI als Werkzeug unter kuratierter Regie einsetzt – statt einen Prompt einfach durchlaufen zu lassen – ist hier genau richtig.
Für wen sich die Teilnahme lohnt
Für eine KI-Videoproduktion mit gestalterischem Anspruch ist dieser Call fast maßgeschneidert. Das Festival belohnt genau das, was den Unterschied zwischen automatisiertem Output und Autor:innenfilm ausmacht: eine klare Haltung, eine durchdachte Bildsprache und die menschliche Handschrift in Schnitt, Dramaturgie und Look. Die Hybrid-Bedingung ist kein Hindernis, sondern ein Vorteil für alle, die KI ohnehin als Teil eines kuratierten Workflows begreifen.
Dazu kommen handfeste Argumente: keine Einreichgebühr, ein europäisches Umfeld mit inhaltlichem Tiefgang, echte Preisgelder und eine internationale Screening-Tour, die Sichtbarkeit weit über Paris hinaus schafft. Wer ein passendes Thema rund um Würde, Freiheit oder Gleichheit im KI-Zeitalter im Kopf hat, sollte die drei Monate bis zur Frist nutzen – ein starker, kurzer Film zwischen einer und zehn Minuten reicht, um dabei zu sein.