Das endgültige Aus für Sora rückt näher: OpenAI schaltet die Sora-2-API am 24. September 2026 ab. Damit verschwindet der letzte verbliebene Zugang zu OpenAIs Videomodell – die öffentliche Sora-App und die Website waren bereits am 26. April 2026 offline gegangen. Für Teams, die Sora 2 noch produktiv oder in Pipelines einsetzen, wird die Migration damit zur Frist mit Datum.

Zweistufiger Rückzug

OpenAI fährt Sora in zwei Stufen herunter. Zuerst wurde Ende April die für ihre Feed-Mechanik und Deepfake-Debatten berüchtigte Consumer-App eingestellt; TechCrunch hatte den Schritt bereits im März gemeldet. Die zweite Stufe betrifft nun die Programmierschnittstelle: Ab dem 24. September ist die Sora-2-API nicht mehr erreichbar. Die öffentliche Plattform unter sora.chatgpt.com wird vollständig abgeschaltet.

Schnitt-Timeline in einer Videobearbeitungssoftware
Foto: Fuka Jaz via Pexels (Pexels License)

Warum OpenAI aussteigt

Offiziell verlagert OpenAI seine Ressourcen in Richtung Coding-Werkzeuge und Enterprise-Kunden sowie hin zu einer „Super-App", die ChatGPT und weitere Dienste bündeln soll. Medienberichten zufolge standen zudem hohe Betriebskosten einem vergleichsweise geringen Umsatz gegenüber. Ganz begraben wird Sora nicht: Das Projekt lebt als interne Forschung an sogenannten World Models weiter, mit dem langfristigen Ziel, physische Abläufe zu simulieren. Als Produkt für Kreative ist Sora damit aber Geschichte.

Achtung bei euren Daten

Wichtig für alle mit Beständen auf der Plattform: Inhalte müssen vor dem Stichtag exportiert werden. Ob es nach dem Abschalttermin noch ein finales Export-Fenster gibt, hat OpenAI nach eigenen Angaben noch nicht entschieden – danach droht die dauerhafte Löschung. Wer also noch Assets, Referenzen oder fertige Clips in Sora liegen hat, sollte diese jetzt sichern und nicht auf eine Gnadenfrist hoffen.

Was das für eure Projekte bedeutet

Konkret heißt das: Jede Produktion, die Sora 2 direkt oder über einen Dienstleister per API nutzt, braucht bis zum 24. September einen Migrationsplan. Die gute Nachricht ist, dass der Markt breit aufgestellt ist – mit Google Veo, Runway, Kling, Seedance oder dem frisch veröffentlichten Hailuo 3.0 stehen leistungsfähige Alternativen bereit, die Text-zu-Video, Bild-zu-Video und teils nativen Ton abdecken. Drei Schritte empfehlen sich jetzt: erstens alle Sora-Assets exportieren und lokal sichern; zweitens laufende oder wiederkehrende Workflows identifizieren, die auf der Sora-API hängen; drittens einen Ersatz evaluieren und Prompts sowie Referenz-Setups darauf umstellen. Wer die Umstellung frühzeitig testet, vermeidet einen Produktionsstopp Ende September – und kann die Gelegenheit nutzen, den eigenen Video-Stack ohnehin auf den aktuellen Stand zu bringen.